Griechenland wird von unendlich scheinenden Gebirgsketten durchzogen, von denen viele Gipfel über 2.000 mtr hoch sind. Einige Berge sind eng mit der
griechischen Mythologie verbunden. Auf dem Olymp, einem Gebirge von 40 km Länge und 30 km Breite wohnten Zeus und die anderen elf olympischen Götter. Der höchste Gipfel des Olymps ist der Mitikas, auch Pantheon genannt, mit
2.917 mtr der höchste Berg. Weitere nennenswerte Gipfel sind Stefanie 2.905 mtr. Skala 2.866 mtr und der Skolio mit 2.911 mtr. Dionysos, der Gott des Weines tummelte sich auf dem Parnassos (2.458 m)Griechenlands Küsten sind über
15.000 km lang. 4.000 km davon entfallen aufs Festland. Ein Fünftel der Küste Griechenlands machen die Inseln aus. Fast 100 Inseln sind ständig bewohnt.
Heute beträgt die Einwohnerzahl in Griechenland ca. 10 Millionen.
Griechenland umfasst ein Fläche von ca. 132.000 qkm. Die Hauptstadt ist Athen und stellt mit ca. 5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Griechenlands dar. Die zweitgrößte Stadt ist mit ca. 1,2 Millionen Einwohnern Thessaloniki.
Hier liegt auch der Flughafen, über den die Urlaubsorte auf der Halbinsel Chalkidiki zu erreichen sind. Rund 80.000 Menschen leben in den Dörfern der Chalkidiki und die meisten dieser kleinen Orte weisen nicht mehr als einige
hundert Bewohner auf. Selbst das Verwaltungszentrum der Chalkidiki, Poligiros, zählt kaum mehr als 5.000 Einwohner, und liegt am Fuße des Berges Cholomondas. Wenn man von hier auf den Berg “Profitis Ilias” steigt, hat man bei
klarer Sicht einen herrlichen Blick über die drei Finger der Halbinsel: Kassandra, Sithonia und Berg Athos.
Die Landschaft bietet eine Viefalt an Formen. Da Griechenland nur über eine nicht nennenswerte Industrie verfügt, leben
die Bewohner hautpsächlich von der Landwirtschaft, dem Fischfang und dem Fremdenverkehr. In der “Handfläche” werden Pfirsiche, Nektarinen, Tabak, und sogar Baumwolle und Reis angebaut. Zusätzliche Produkte sind das Olivenoel, der
sehr gute Honig und die wohlschmeckenden Weine. Auch die einzelnen “Finger” haben sehr unterschiedliche Landschaften zu bieten. An den Küsten finden sich lange Strände, kleine Buchten und Felsketten.
Bei der Beschreibung
der ca. 3.000 qkm großen Halbinsel Chalkidiki, im Südosten Thessalonikis, stößt man unweigerlich auf die Zahl “drei”. Einerseits ähnelt sie einer Hand mit drei Fingern, auf der anderen Seite wird sie gerne mit dem ins Meer
gestoßenen Dreizack des Meeresgottes Poseidon verglichen.
Vor allem auf Kassandra und Sithonia haben sich die Dörfer auch zu Touristenzentren entwickelt, allerdings ohne die Landschaft wesentlich zu beeinträchtigen.
Beton-Bettenburgen wie man sie in Spanien reihenweise sehen kann, sucht man hier vergebens.
Kassandra (95 km von Thessaloniki entfernt) ist der westlichste und bekannteste Finger der Halbinsel Chalkidiki. Hier sind die meisten
“kleinen” Hotelanlagen und die kleinen Dörfer zu finden. Kassandra zeichnet sich durch eine intakte Natur, (einzige Einschränkung die verkohlten Flächen im Süden durch die Brände in 2006) schöne, hügelige Landschaften, viel Grün
und Pinienwälder aus. Kleine Badebuchten und lange Sandstrände, umgeben von Felsen und tiefblauem Meer, laden zum Baden ein. Besonders lebhaft ist der Ort Kalithaea (Ostküste). Mit seinen Hotels, Tavernen, Cafés,
Einkaufsmöglichkeiten und als Zentrum des Nachtlebens hat sich Kalithea seit einigen Jahren zum touristischen Hauptort Kassandras entwickelt. Der im Winter nur wenige hundert Einwohner zählende Ort nimmt so an manchen Tagen weit
über 10.000 Gäste und Besucher auf. Wer dagegen einen ruhigeren Ort sucht, der ist in Afitos, Possidi, Kriopigi oder Siviri sehr gut aufgehoben.
Bei Siviri, meinem Urlaubsort, handelt sich um eine kleine Ortschaft. 90 % der
Häuser gehören “Festlandgriechen”, die ihren Urlaub hier verbringen, und stehen somit die meiste Zeit des Jahres leer. Es gibt nur ein paar kleine Hotelanlagen. Wer hier High Life sucht, ist absolut verkehrt. Bei dem Strand handelt
es sich um eine ca. 300 mtr. breite Bucht. Im Anschluss an dem Strand ist die Promenade, an der einige Tavernen und Geschäfte liegen.
Bei einer Rundfahrt mit dem Mietwagen, erkundigte ich auch den Mittelfinger Sithonia. Hier
gibt es zahlreiche kleine Dörfer und noch einsame (ich hätte nicht gedacht, dass es so was im Zeitalter des absoluten Tourismusses noch gibt) Badebuchten. Das Meer schillert in allen erdenklichen Farben von grün bis blau. Kleine
Hafenorte, in denen nur wenige Fischerboote hindümpeln, kaum größere Ansammlungen von Hotelanlagen oder Tavernen, die Lärm und Unruhe bedeuten. Dieses macht den Charme Sithonias aus, dieser eher wilden, von üppigem Grün bedeckten
Halbinsel. Sie ist somit mehr das Ziel von Romantikern, Wassersportlern und Naturliebhabern. Radfahren und Wandern absolut kein Problem. Doch keine Sorge, verhungern oder verdursten muss man auch auf Sithonia nicht und man muss auf
gute Hotels und schöne Tavernen nicht verzichten. Alles ist hier jedoch noch stärker von der ursprünglichen griechischen Atmosphäre geprägt.
Da mir Chalkidiki sehr gut gefallen hatte, flog ich dieses Jahr (2007) knapp 3 Monate
nach meinem ersten Urlaub dort noch einmal hin. Diesen zweiten Urlaub benutzte ich dazu, den dritten Finger Athos und die sogenannte “Handfläche” (der Landstrich über den Fingern) zu erkunden.
Wenn man auf den dritten
Finger Athos mit dem Auto fährt, ist nach ca. 25 km Schluss. Hinter dem Ort Ouranopolis beginnt die Mönchsrepublik Berg Athos. Diesen Teil der Halbinsel dürfen nur Männer betreten und dieses auch erst nach Antragstellung eines
Visums und unter Angabe des Grundes, warum man einreisen will. Und dann ist auch nicht gewährleistet, dass man ein Visum erhält. Es ist nicht nur Frauen untersagt, diesen Teil des Fingers zu betreten, sondern die hier lebenden
Mönche haben sogar alle weiblichen Tiere verbannt. Die einzige Ausnahme bildet das Huhn. Der Grund dafür ist, dass die Mönche das Eigelb für die Herstellung der Ikonen benötigen. So ganz ohne Frauen geht es also auch hier nicht. Es
gibt allerdings die Möglichkeit, von Sithonia bzw. von Ouranopolis mit einem Schiff um die Mönchsrepublik zu fahren und die Klöster vom Meer aus zu betrachten. Allerdings dürfen die Schiffe nicht näher als 500 mtr. an die Küste
heran fahren.
Die Fahrt durch die “Handfläche” bietet an Städten nicht gerade viel. Die größte Stadt ist Poligiro. Ansonsten kommt man nur durch kleine Städtchen und Dörfer. Bei den Dörfern bekommt das Gefühl, dass die Zeit hier
stehen geblieben ist. Der einzige Hinweis auf das 21 Jahrhundert sind die Fernsehantennen auf den Dächern der zum Teil renovierungsbedürftigen Häuser. Sie weisen darauf hin, dass Griechenland nicht gerade zu den reichsten
Ländern Europas gehört. Die Straßen sind aber zum größten Teil ziemlich gut befahrbar, nur die Schilder mit den Ortsangaben machen ein bisschen Problemen, da hier die Orte oft nur in griechischer Schrift angegeben werden. Da
die “Handfläche” ziemlich gebirgig ist, geht es hier in Serpentinen rauf und runter. Zwischen den einzelnen Orten, könnte man meinen, dass man auf der Schwarzwaldhochstraße unterwegs ist.
Fazit meiner beiden Urlaube auf der
Chalkidiki ist, dass sich ein Urlaub hier wirklich lohnt. Die Landschaft mit alll ihren Blumen und blühenden Bäumen und Sträuchern kommt allerdings im Juni wesentlich besser rüber. Wobei ich allerdings fand, dass im September die
Lichtverhältnisse für Fotos besser waren.